Indigenes Kulturerbe im Mesa Verde National Park

01.09.2018

Der "Cliff Palace" im Mesa Verde National Park © aramark

 

Der Mesa Verde Nationalpark im Südwesten Colorados schützt nicht – wie sonst üblich – ein Naturwunder, sondern menschliches Kulturerbe. Der Nationalpark mit den spektakulär direkt in die Felswände gebauten steinernen Städten der „Ancestral Puebloan“ wurde 1906 gegründet und ist das größte archäologische Schutzgebiet der Vereinigten Staaten. Mesa Verde besitzt annähernd 5.000 bekannte archäologische Stätten, darunter etwa 600 Felsenwohnungen. Besucher des spektakulären Nationalparks haben eine Vielzahl von Erkundungsmöglichkeiten.

 

Der bewaldete und zerklüftete Mesa Verde (spanisch für: Grüner Tafelberg) überragt die ihn umgebende Landschaft um etwas mehr als 600 Meter. Besiedelt wurde er von den Ancestral Puebloans bereits im 6. Jahrhundert. Die Vorfahren der heute in den USA lebenden Stämme bezeichnete man einst als „Anasazi“, da dies aber in der Sprache der Navajo „Alter Feind“ bedeutet, ging man zum politisch korrekten „Ancestral Puebloan“, also den „Pueblo-Vorfahren“ über.

 

Das Long House © aramark 

 

Die geheimnisvollen Felsenwohnungen im Mesa Verde Nationalpark sind eine architektonische Meisterleistung. Fünf Stätten sind besonders erwähnenswert. Gleich in der Nähe des Chapin Mesa Museums befindet sich das Spruce Tree House, das mit 114 Zimmern und 8 Kivas etwa 125 Personen Platz bot und das von März bis November auch auf eigene Faust besichtigt werden kann. Aktuell kann das Spruce Tree House bis voraussichtlich Ende Oktober 2019 wegen Arbeiten nicht besucht werden. Unbestrittener Star des Parks und mit etwa 150 Räumen und 23 Kivas die größte Felswohnung Nordamerikas ist allerdings der berühmte und äußerst eindrucksvolle Cliff Palace. Über eine in den Fels gehauene Treppe erreicht man ihn und verlässt ihn wieder über kurze Holzleitern. Abenteuerlich ist der Besuch des Balcony House. Ranger führen Wagemutige über 130 Felsstufen hinab und dann wieder über eine zehn Meter hohe Leiter auf einen steil abfallenden Felssims. Zum krönenden Abschluß kriecht man noch auf allen Vieren durch einen engen und etwa drei Meter langen Tunnel, um dann wieder vor Felsstufen zu stehen, die noch einmal 20 Meter in die Höhe führen. Das Long House wurde zwischen 1959 und 1961 entdeckt und kann, ebenso wie das Step House, zwischen Mai und September besucht werden.

 

 Far View Explorer Tour © aramark

 

Durch den Park kommt man als Besucher auf den Autostraßen oder einem der vielen Wanderwege. Auch geführte Touren werden natürlich angeboten. Besonders beliebt ist die 700 Years Tour. Sie dauert vier Stunden, wird von April bis Ende Oktober angeboten und startet an der Far View Lodge. Die Parkranger geben auf der Tour mittleren Schwierigkeitsgrades Einblicke in die Kultur und Gartenbau der Ureinwohner, sowie in das Erbe des Parks. Die von Mai bis August angebotene Far View Explorer Tour ist für alle Altersgruppen geeignet und führt unter anderem zum Park Point, mit 2.613 Metern der höchstgelegene Punkt des Parks, von dem aus man nicht nur einen fantastischen Blick auf den Nationalpark, sondern auch auf die Four Corner States Colorado, Utah, Arizona und New Mexico hat. Die Tour dauert viereinhalb Stunden und startet am Morefield Campground und an der Far View Lodge. Auf eigene Faust kann man den Nationalpark unter anderem mit dem Auto auf der Mesa Top Loop Road oder der Cliff Palace Loop Road erkunden. Hier bekommt man gute Ausblicke auf den Cliff Palace und das Square Tower House. Im Chapin Mesa Museum finden Besucher eine informative Ausstellung über das Leben der Pueblostämme in der Region. Wer lieber zu Fuß statt mit dem Auto unterwegs ist, der hat mehrere Wanderwege für Anfänger und Fortgeschrittene zur Auswahl. Auf dem Petroglyph Point Trail etwa kann man die Malereien der Ureinwohner bestaunen und versuchen zu lesen. Der Point Lookout Trail führt über den Gipfel des Tafelbergs und verspricht einen tollen Ausblick auf das Montezuma- und Mancostal.

 

Kiva Zimmer in der Far View Lodge, dem einzigen Hotel im Nationalpark © aramark 

 

Wer Mesa Verde in Ruhe entdecken möchte, sollte mindesten eine Übernachtung einplanen. Neben dem Morefield Campground ist die einzige Unterkunft im Park die von April bis Oktober geöffnete Far View Lodge. Die komfortable Lodge verfügt über 150 Zimmer (Kiva und Kiva Deluxe Zimmer) und liegt auf einer Höhe von 2.500 Metern in unmittelbarer Nähe des Visitor Center und unweit der Felsenwohnungen. Wie der Name schon sagt, haben Gäste der Lodge einen fantastischen Ausblick und können bei guter Fernsicht sogar bis nach Utah, Arizona und New Mexico sehen. Auch vom zur Lodge gehörenden und geschmackvoll eingerichteten Metate Room Restaurant bietet sich den Gästen eine grandiose Panoramasicht. Die gehobene Küche hat sich auf zeitgenössische Interpretationen traditioneller Rezepte spezialisiert und würdigt so das Erbe der Ureinwohner. Im Far View Terrace Cafe und in der Far View Lounge gibt es neben einem tollen Ausblick leckere Snacks, BBQ und Cocktails. Das Spruce Tree Terrace Café liegt mitten im Nationalpark und serviert amerikanische Klassiker und Spezialitäten aus dem Südwesten wie etwa Navajo Tacos.

 

www.visitmesaverde.com

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